Kurzbericht zu den Protesten in Remagen

Transparent Demo Remagen

+++ ca.600 Menschen auf Antifa-Demo setzen klares Zeichen gegen NS Verherrlichung und deutsche Opfermythen +++ Polizei greift angemeldete Kundgebung von Remagen Nazifrei an +++ Zahl der Nazis sinkt auf 140 ++++

 

Ab 10 Uhr trafen sich heute mehrere Hundert Menschen zur antifaschistischen Demonstration „NS Verherrlichung stoppen“. Nach einer Zwischenkundgebung und einer Schweigeminute für die Opfer des deutschen Nationalsozialismus am jüdischen Friedhof, zog die Demonstration mit inzwischen etwa 600 Teilnehmer*innen in Richtung Fachhochschule weiter. Dort fand eine Kundgebung vom Bündnis Remagen Nazifrei statt.

 

Polizei greift Kundgebung auf FH-Gelände massiv an

Die Kundgebung Remagen Nazifrei fand ca.in 30 Meter Entfernung zur Naziaufmarschstrecke statt.
Mit der Ankunft der Nazidemo an der Nazifrei-Kundgebung, bezogen bayrische Polizeieinheiten Stellung. Trotz Kennzeichnungspflicht in RLP, verzichteten diese Polizeieinheiten auf eben diese. Während Anti-Antifa-Fotografen fleißig provozieren und Bilder schießen konnten, griffen die unkenntlichen Einheiten plötzlich und ohne Vorwarnung die antifaschistische Kundgebung an. Äußerst aggressiv stürmte die Polizei das Gelände, verletzte mit Faust- und Schlagstockschlägen sowie Pfefferspray mehrere Menschen und bedrängte die Veranstaltungsleitung die angemeldete Kundgebung zu beenden. Angeblicher Grund: Vereinzelt flog Obst sowie zwei Böller in Richtung der Nazis.

 

Keinerlei Verhältnismäßigkeit

Während 140 Nazis erst am jüdischen Friedhof und schließlich unbedingt an der Gegenkundgebung mit mehreren Hundert Teilnehmer*Innen an der FH vorbeigeführt werden mussten, um 50 Meter weiter ihre Kundgebung abhalten zu können und danach wieder umzudrehen, wurden zeitgleich Gegendemonstrant*innen auf einer ebenso angemeldeten Kundgebung angegangen und verletzt, die Kundgebung faktisch durch die Polizei abgebrochen.
Das hat nichts mehr mit Verhältnismäßigkeit und Versammlungsfreiheit zu tun. Das Verhalten der Polizei passt allerdings in die „Remagener Linie“. Den Nazis wird mit allen Mitteln ein weitgehend ungestörtes Marschieren ermöglicht, antifaschistischem Gegenprotest hingegen wird mit Repression und Gewalt begegnet.

Ein ausführliches Fazit der Kampagne NS Verherrlichung stoppen wird die Tage veröffentlicht. Unter den noch frischen Eindrücken, schauen wir mit gemischten Gefühlen auf den Tag zurück. Die Nazis konnten relativ ungestört durch Remagen ziehen, die Polizei ist mal wieder durchgedreht. Aber wir konnten auch eine starke Antifa-Demo mit 600 Menschen in Remagen durchziehen.

 

Menschen die im nachhinein Repression betroffen sind können sich an die Rote Hilfe OG´s in Bonn oder Koblenz wenden.

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